Was spricht für das Zusammenspiel von Qualitäts- und Innovationsmanagement?

Als Dienstleistungsunternehmen wollten wir vor allem die Ideen unseres Teams erschließen. Hierzu werden deren Vorschläge gesammelt, bewertet und im besten Fall zur Umsetzung gebracht. Bei diesem Vorgehen sind alle Abteilungen involviert – auch das Qualitätsmanagement.  saß nicht mit am Tisch. Warum lohnt es sich, das Qualitätsmanagement stärker in den organisationsinternen Innovationsprozess einzubinden?

1. Qualität entsteht bereits im Produktdesign

Fast 70 Prozent aller Produktmängel haben ihre Ursache in der Entwicklung und Konstruktion. Es lohnt sich daher, in dieser frühen Phase mögliche Fehlereinflüsse genau zu betrachten. Denn je eher Fehler auffallen, desto kostengünstiger ist das für die Organisation. Genau hier kann das Qualitätsmanagement mit Know-how und  Methoden unterstützen. So lässt sich beispielsweise bereits in der Entwurfsskizze eines Produkts erkennen, wo möglicherweise Bruchgefahr und ein Verletzungsrisiko besteht. Gleiches gilt für die Rezeptentwicklung bei Lebensmitteln. Hier spielt das Wissen um regulatorische Vorgaben oder etwaige Schadstoffbelastungen von Rohwaren eine wesentliche Rolle.

2. Prüfprogramme unterstützen den Entwicklungsprozess

Entwicklungsbegleitende Produkttests können den Markterfolg von Innovationen verbessern. Verschiedene Prototypen oder Rezepturen lassen sich vergleichbar machen. Dabei erzeugen Verfahren aus der Qualitätssicherung wertvolles Wissen. Welches Material ist besonders langlebig? Welche Rohstoffe zeigen die besten Eigenschaften? Oder wie werden bestimmte Änderungen bewertet? Innovationsteams gewinnen so wichtige Hinweise, wie sie gewünschte Produkteigenschaften erreichen können.

3. Innovation ist nicht nur technologischer Fortschritt

Innovationen können nicht nur neue Technologien, Produktentwicklungen oder Patente sein. Auch neuartige Geschäftsmodelle, Kosteneinsparungen oder Prozessinnovationen bringen Unternehmen ebenfalls voran. Dabei kann  das Qualitätsmanagement einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie mithelfen, Betriebs- und Geschäftsabläufe zu optimieren oder durch bessere zu ersetzen. Vor allem bei schrittweisen Optimierungen gibt es viele Schnittstellen zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess aus dem Qualitätsmanagement. Insbesondere auch dann, wenn Ideen des Teams zum Tragen kommen sollen. Dieses Potenzial sollte genutzt und entlang eines standardisierten Prozesses betreut werden. Eine Aufgabe, bei der das Qualitätsmanagement eine wichtige Rolle übernehmen kann.

4. Qualitätsmanagement als Quelle für Ideen

Das Qualitätsmanagement kann auch in der Phase der Ideengewinnung einen Beitrag im Innovationsprozess leisten. Besonders interessant sind Rückmeldungen der Kunden, die beispielsweise im Rahmen des Beschwerde- und Reklamationsmanagements eingehen. Sie können einen wichtigen Anstoß für Produkt- und Serviceverbesserungen geben. Auch neue, regulatorische Anforderungen können Ausgangspunkt für Innovationen sein. Etwa wenn sich Zulassungsbedingungen für bestimmte Märkte ändern oder Stoffe durch Alternativen ersetzt werden müssen, weil gesundheitliche und umweltschädliche Gefahren bekannt werden. Wer solche Informationen frühzeitig beachtet, kann seine Produktentwicklung entsprechend darauf ausrichten.

5. Diversität erhöht die Kreativität

Durch die Berücksichtigung verschiedener Blickwinkel können neue Ideen entstehen. Andere Herangehensweisen sind eine Bereicherung und ein Grund dafür auch das Qualitätsmanagement in den Innovationsprozess einzubinden. 

Es gibt also viele Argumente, innerhalb eines Unternehmens mit den Abteilungen näher zusammenzurücken, mehr miteinander zu sprechen und gemeinsam an der eigenen Zukunft zu arbeiten. Vor allem das Qualitätsmanagement ist in dieser Konstellation eine wichtige Schnittstellenfunktion und verfügt über vielfältige Ansätze, um den eigenen Innovationsprozess zu beschleunigen und zu bereichern.